andreas.hahn
Der Neurotransmitter Serotonin ist sowohl für die Regulierung physiologischer Funktionen als auch für emotionales Verhalten und psychiatrische Erkrankungen mitverantwortlich. Das bildgebende Verfahren der Positronenemissionstomographie (PET) ermöglicht die quantitative Erfassung entsprechender neuronalen Bindungsstellen im Gehirn des lebenden Menschen. Das Standardverfahren zur Quantifizierung beinhaltet jedoch eine anspruchsvolle und belastende arterielle Blutprobenentnahme und nicht-invasive Methoden sind in ihrer Aussagekraft limitiert sowie für bestimmte Gruppenvergleiche zwischen Patienten und gesunden Kontrollprobanden ungeeignet.
Ziel dieser Arbeit ist es daher, ein neues Verfahren zur quantitativen Bestimmung der Bindungsstellen von Neurotransmittern im Gehirn zu etablieren, welches unabhängig von arteriellen Blutproben eine exakte und vollständige Quantifizierung ermöglicht. Die Methode wird anhand des Serotonin-1A Rezeptors, dem wichtigsten inhibitorischen serotonergen Rezeptor, getestet. Hierbei werden erstmals arterielle Blutproben durch eine Kombination der PET-Bilddaten (sog. image-derived input function) mit Daten aus venösen Blutproben ersetzt und diese Ergebnisse direkt mit vorhandenen Verfahren verglichen. Dies bietet eine robuste und validierte Methode zur Rezeptorquantifizierung bei gleichzeitig minimaler Patientenbelastung.

