DOC-team Auswahlprozess

Einreichung

Anträge können bis 31. Oktober jeden Jahres (Ende der Einreichfrist) bei der Abteilung für Stipendien und Preise der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingereicht werden. Nach dem Eingang eines Antrags wird dieser auf Vollständigkeit und das Vorhandensein formaler Mängel geprüft und mit einer Projektnummer (A-Zahl) in der Datenbank der Abteilung Stipendien und Preise erfasst.

Die AntragstellerInnen erhalten eine Eingangsbestätigung per E-Mail.

Die Anträge werden in Abstimmung mit dem/der Vorsitzenden bzw. dem/der stellvertreten-den Vorsitzenden des Vergabekomitees jeweils zwei ReferentInnen – das sind wissenschaftliche Mitglieder des Vergabekomitees – zugeordnet. Bei der Zuteilung spielen die Forschungsgebiete eine entscheidende Rolle, es wird jedoch auch streng auf mögliche Befangenheitsgründe geachtet.

Vorauswahl

In der Auswahlsitzung, die Mitte Dezember stattfindet, entscheidet das Vergabekomitee, welche Anträge extern begutachtet werden. Gelangt das Gremium zur Ansicht, dass ein Antrag nicht den Kriterien des Förderprogramms entspricht, wird dieser abgelehnt.

Nach der Auswahlsitzung erhalten die AntragstellerInnen eine schriftliche Begründung für die Ablehnung des Antrags bzw. die Information, dass der Antrag international begutachtet wird.

Für die Anträge, die extern begutachtet werden, schlagen die ReferentInnen geeignet erscheinende GutachterInnen vor, die im Ausland tätig sind. Bei der Auswahl wird streng auf Befangenheitsgründe bzw. mögliche Interessenskonflikte geachtet.

Es gibt keinen fixen Pool an GutachterInnen; für jeden Antrag werden ExpertInnen gesucht, die die Beurteilung aufgrund ihrer eigenen wissenschaftlichen Erfahrung bzw. Forschungs-tätigkeit entsprechend den internationalen Standards im jeweiligen Fachgebiet beurteilen können. Diese GutachterInnen sind ehrenamtlich tätig, d.h. sie erhalten für diese Tätigkeit keine finanzielle Entschädigung.

AntragstellerInnen haben das Recht (z.B. aus Konkurrenzgründen oder wegen eines Schulenstreits), bis zu drei WissenschaftlerInnen vom Begutachtungsverfahren auszuschließen.

Begutachtungsverfahren

Für jeden Antrag im Rahmen von DOC-team werden mindestens drei Beurteilungen eingeholt.

Ein Gutachten besteht aus der formalen Bewertung der wissenschaftlichen Qualifikation der AntragstellerInnen und der Bewertung des Gesamtprojekts auf einer Skala von 1-10 (1-2 = unzureichend, 9-10 = hervorragend) sowie aus einer schriftlichen Stellungnahme.

Darüber hinaus werden die GutachterInnen gebeten, Fragen zu folgenden Aspekten zu beantworten:

Bewertung des Gesamtprojekts

  • Relevanz der Fragestellung insbesondere unter Berücksichtigung des internationalen Forschungskontexts
  • Originalität des Projekts
  • Methodischer Aufbau
  • Grad der Integration verschiedener Disziplinen in das Gesamtprojekt
  • Ist die Problemstellung nur durch eine disziplinenübergreifende Herangehensweise lösbar?

Aspekte der Projektrealisierung und –organisation

  • Ist eine Spezifizierung der Projektkoordination notwendig?
  • Wird das Betreuungskonzept als konsistent eingeschätzt?
  • Sind die zur Verfügung stehenden Forschungseinrichtungen zur Durchführung des Projekts geeignet?
  • Sind die einzelnen Arbeitsschritte sinnvoll geplant?
  • Ist das Projekt in der konzipierten Zeit durchführbar?
  • Ist die inhaltliche, methodische und organisatorische Abstimmung der einzelnen Teammitglieder in ausreichender Form vorgesehen?
  • Fügen sich die einzelnen Projektteile ergebnisorientiert zu einem kohärenten Ganzen zusammen?

Abschließend werden die GutachterInnen gebeten, eine zusammenfassende Empfehlung abzugeben, ob der Antrag uneingeschränkt förderungswürdig sei, nach Überarbeitung wieder eingereicht werden oder abgelehnt werden solle.

Falls die schriftliche Stellungnahme nicht aussagekräftig ist, wird ein weiteres Gutachten eingeholt. Die GutachterInnen werden gebeten, mögliche Befangenheitsgründe bekannt zu geben. Wenn eine Befangenheit im Nachhinein festgestellt wird, wird das Gutachten nicht gewertet.

Vergabe der Stipendien

Die Entscheidung über die Auswahl der StipendiatInnen erfolgt in der Vergabesitzung, die Ende März des auf den Einreichtermin folgenden Jahres stattfindet.

Vor der Sitzung wählt das Vergabekomitee per Umlaufbeschluss auf Basis der eingeholten Gutachten vier bis sechs Teams, die gemeinsam mit ihren DissertationsbetreuerInnen zum Hearing im Rahmen der Vergabesitzung eingeladen werden. Die Teams präsentieren ihr Forschungsvorhaben und stellen sich den Fragen der Mitglieder des Vergabekomitees. Vorab werden den AntragstellerInnen Informationen über wesentliche Kritikpunkte aus den Gutachten übermittelt.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird nach dem Hearing vom gesamten Komitee getroffen.

Werden Anträge von Personen behandelt, zu denen einzelne ReferentInnen ein berufliches oder privates Naheverhältnis haben, verlassen diese die Sitzung und nehmen an den entsprechenden Beratungen nicht teil.

Nach der Vergabesitzung werden die schriftlichen Stellungnahmen der GutachterInnen in anonymisierter Form sowie Empfehlungen des Vergabekomitees an die AntragstellerInnen weitergeleitet.

Wiedereinreichungen

Bei der Wiedereinreichung eines überarbeiteten Antrags werden in der Regel ein bis zwei der vorherigen GutachterInnen nochmals um eine Beurteilung gebeten, jedenfalls aber auch mindestens ein neues Gutachten eingeholt.

Voraussetzung für die Wiedereinreichung ist die Kennzeichnung des Antrags als Zweitbewerbung und ein Begleitschreiben, in dem die Projektfortschritte seit der Ersteinreichung und die Änderungen, die auf Basis der Kritik oder der Anregungen im Gutachten vorgenommen wurden, dargelegt werden.