Jahresbericht 2010

Editorial des Jahresberichts 2010

Der vorliegende Bericht dokumentiert die Aktivitäten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Jahr 2010 im Bereich der Nachwuchsförderung. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Stipendien und Preise ist eine der Kernaufgaben der Akademie, mit Schwerpunkt auf der individuellen Personenförderung: Hoch qualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen bei ihrem Weg in eine wissenschaftliche Karriere unterstützt werden.

Mit der Ausschreibung von sieben Stipendienprogrammen in allen Fachbereichen richtet sich die ÖAW an junge Forscherinnen und Forscher, die ihr Doktorat oder ein mehrjähriges Forschungsprojekt durchführen wollen – 270 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden im Berichtszeitraum auf diese Weise gefördert.

Wie wichtig diese Förderung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich ist, wird bereits aus den konstant hohen Antragszahlen deutlich: Mehr als 480 Bewerbungen wurden im Jahr 2010 für die Stipendienprogramme eingereicht, nach Abschluss des Auswahlprozesses konnten 97 Forschungsvorhaben bewilligt werden.

Die Vergabe der Stipendien ist gekennzeichnet durch ein kompetitives Verfahren, in dem die besten Anträge auf Basis der Gutachten von internationalen Expert(inn)en ausgewählt werden. Die geringen Zuerkennungsquoten zwischen 15 und 20 Prozent, die durch den engen Finanzrahmen vorgegeben sind, sind eine große Herausforderung für die Mitglieder der Vergabekomitees und die Gutachter(innen) – nicht alle der als hervorragend bewerteten Projekte konnten gefördert werden.

An dieser Stelle möchte ich allen Mitgliedern der Bewertungskomitees, die vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, von der Österreichischen Universitätenkonferenz, der Österreichischen UNESCO-Kommission, der Industriellenvereinigung und der ÖAW bestellt werden, sowie allen Gutachterinnen und Gutachtern im In- und Ausland herzlich für ihren großen Einsatz danken: Ohne ihr ehrenamtliches Engagement wäre die Auswahl der Stipendiat(inn)en und Preisträger(innen) nicht möglich.

Die Qualität ihrer Entscheidungen zeigt sich nicht zuletzt auch in den Erfolgen von (ehemaligen) Geförderten. So gingen in den Jahren 2009 und 2010 zwei Advanced Grants und ein Starting Grant des European Research Council (ERC) sowie ein START-Preis an Absolventinnen des Stipendienprogramms APART.

Abschließend danke ich allen Institutionen und Sponsoren, die im Jahr 2010 mit ihrem Beitrag die Realisierung der Förderprogramme und die Vergabe von Preisen ermöglicht haben:

dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, in dessen Auftrag die Akademie derzeit fünf Stipendienprogramme abwickelt,der Stadt Wien, die wie jedes Jahr ein APART- und ein DOC-Stipendium finanzierte,dem Land Steiermark, das im Jahr 2010 ebenfalls ein APART- und ein DOC-Stipendium finanzierte,den Unternehmen Raiffeisen Zentralbank, AGRANA und UNIQA, die im Rahmen von APART ein Stipendium mit Schwerpunkt „Ostmitteleuropa" für die Bereiche Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften finanzieren,der Max Kade-Foundation, New York,L'ORÉAL Österreich und der Österreichischen UNESCO-Kommission, die ein Stipendienprogramm für junge Wissenschaftlerinnen in den Naturwissenschaften, der Medizin und Mathematik initiiert haben,dem Böhlau Verlag Wien,den privaten Stifterinnen und Stiftern Dr. Alfred und Isabel Bader, Prof. Rainer Bauböck, Prof. Moritz Csáky, Prof. Erich Thenius und Rosemarie Schlögl.

Sigrid Jalkotzy-Deger