stefan.hoefler

Stipendium: 
DOC
Fachbereich: 
Geistes-, Sozial, und Kulturwissenschaften
Porträtbild: 
Projekttitel: 
Ablaut und Akzent in den denominalen externen nominalen Sekundärableitungen des Indogermanischen
Studienrichtung: 
Sprachwissenschaft/Indogermanistik
Forschungsstätte: 
Institut für Sprachwissenschaft, Universität Wien
Förderdauer: 
01.01.2013 - 01.01.2016
Schlagworte: 
Indogermanische Nominalmorphologie

Die Derivation (d.h. Ableitung) spielte eine wesentliche Rolle in der Wortbildung des Urindogermanischen. In der Regel wurde ein Suffix an eine Wurzel, einen komplexeren Stamm oder eine Nominalform bzw. ein Adverb angefügt (d.h. externe Derivation). Man unterscheidet in weiterer Folge primäre und sekundäre Ableitungen. Wird ein Suffix an eine nicht nominalisierte, bloße Wurzel angefügt, so spricht man von einer Primärableitung. Ihre Bedeutung geht von der Wurzel aus. Diese Primärableitungen waren in den letzten Jahrzehnten immer wieder Gegenstand wichtiger und grundlegender Forschungen, die unser heutiges Bild der indogermanischen Nominalmorphologie maßgeblich beeinflusst haben.
Um dieses Bild zu vervollständigen fehlt allerdings noch eine umfassende Behandlung der Sekundärableitungen. Sekundärableitungen sind Formen, die durch das Anfügen eines Suffixes an einen Stamm oder eine Nominalform gebildet werden. Die Bedeutung leitet sich dabei vom zugrundeliegenden Stamm bzw. der zugrundeliegenden Nominalform ab.
Obwohl für das Urindogermanische eine große Anzahl an unterschiedlichen sekundären Suffixen und Suffixkonglomeraten rekonstruiert werden kann, wurden die damit erfolgten Bildungen bislang noch kaum eingehend untersucht. Es stellen sich jedoch wichtige Fragen, die für unser Verständnis der Prozesse, die an der indogermanischen Wortbildung beteiligt sind, von grundlegendem Interesse sind. Die geplante Dissertation will diese Lücke nun für die denominalen externen Sekundärableitungen füllen: Diese Art von Sekundärbildungen sollen erstmals einer systematischen und sprachzweigübergreifenden Untersuchung unterzogen werden. Dabei sollen vor allem das Akzent- und Ablautverhalten der Derivationsbasis im Vergleich zu jenem der Ableitung im Mittelpunkt stehen. Es wird versucht werden, ein Muster hinter den Reflexen der einzelsprachlichen Fortsetzer zu erkennen, um die zugrundeliegenden Prozesse zu finden, zu analysieren und zu dokumentieren.
Es ist damit zu rechnen, dass die Dissertation wertvolle Ergebnisse für das weitere Verständnis der indogermanischen Nominalmorphologie liefern und die Tradition des Wiener Instituts als wichtiges Zentrum der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft fortführen wird.