Michael Unterwurzacher, 2011
Walther E. Petrascheck-Preis 2011
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften verleiht den Walther E. Petrascheck-Preis 2011 an
Michael Unterwurzacher
MMag. Dr. Michael Unterwurzacher wird für seine hervorragenden Arbeiten zu Mineralogie, Petrographie und Geochemie ostalpiner Marmore ausgezeichnet.
Das Forschungsgebiet:
In seiner Dissertation beschäftigte sich der Preisträger mit Tiroler Marmoren als historische Werkstoffe, wobei er sich vor allem auf die mineralogisch-petrographischen und geochemischen Kennwerte der Marmore konzentrierte: aufgrund der Kombination dieser Kennwerte gelang es, einzelne Steinbrüche voneinander abzugrenzen und historische sowie archäologische Objekte einem Herkunftsgebiet zuzuweisen (Provenienzanalyse). Ein zentraler Punkt dieser Arbeit waren außerdem Untersuchungen zur Marmorverwitterung: sowohl im Labor (Klimakammer, Frost-Tau-Wechselversuche, isotopische Variationen mit der Temperatur und Verwitterung) als auch im Rahmen von Freilandversuchen und am Objekt (Marmorstatuen der Annasäule, 18. Jh., Innsbruck) wurden diese durchgeführt und mittels vielfältiger Methodik Veränderungen aufgezeichnet und interpretiert.
Seit April 2010 befasst sich Michael Unterwurzacher in seinem durch ein APART-Stipendium geförderten Projekt mit „ New mineralogical and geochemical approaches to provenancing eastern-Alpine marbles". Mineralogie, Petrographie und Geochemie ostalpiner Marmore sind Thema dieser Forschungsarbeit, die in Kooperation mit Universitäten in Brünn (Tschechien), Leuven (Belgien) und Cluj-Napoca (Rumänien) erfolgt. Neben klassischen Methoden wie Petrographie und Stabilen Isotopen von O und C werden hier insbesondere Kathodolumineszenz, Elektrospinresonanz, Elektronenstrahlmikrosonde und weitere Stabile Isotope angewendet, um die einzelnen Vorkommen zu charakterisieren.
Der Preisträger:
Michael Unterwurzacher, geb. 1975, studierte Rechtswissenschaften und Geologie an der Universität Innsbruck, wo er im Jahr 2007 auch promovierte. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen Projekten am Institut für Mineralogie und Petrographie und am Institut für Ärchäologien der Universität Innsbruck tätig. Seit 2010 ist er APART-Stipendiat am Fachbereich für Geographie und Geologie der Universität Salzburg.
Der Preis:
Der Walther E. Petrascheck-Preis in Höhe von 4.000,- Euro wird an Personen unter 35 Jahre für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Mineralrohstoffforschung (wie Mineralogie, Geologie, Lagerstättenlehre, Geophysik, Gewinnung, Aufbereitung und Veredlung mineralischer Rohstoffe) vergeben.
Diese Arbeiten können hervorragende Dissertationen aber auch eine Reihe von thematisch zusammengehörigen Publikationen sein, die zumindest in Teilen publiziert sind.
Die ausgezeichneten Arbeiten sollen in Österreich entstanden sein oder einen Bezug zu Österreich haben.

