Nuno Maulide, 2016

Elisabeth Lutz-Preis 2016

Nuno Maulide wird Anerkennung seiner Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Organischen Chemie, insbesondere der Entwicklung ressourcenschonender chemischer Reaktionen ausgezeichnet.

Das Forschungsgebiet:
Im Zentrum der Forschungsarbeit von Nuno Maulide steht das Konzept der sogenannten atomökonomischen Reaktion – als solche werden Reaktionen bezeichnet die die Anzahl und Menge der Abfallprodukte auf ein Minimum beschränken. Chemische Synthesereaktionen, deren Produkte uns als Pharmazeutika, Kosmetika und eine Vielzahl weiterer Stoffe durch den Alltag begleiten, werfen häufig Abfall- und Nebenprodukte ab, welche entweder während der Reaktion neu gebildet werden oder andererseits als „verbrauchte“ Reagenzien anfallen. Nuno Maulide und sein Team legen besonderen Wert auf die Optimierung solcher Reaktionen, in denen möglichst alle Atome aller Reagenzien in das Produkt eingebaut werden. Diese „Chemie ohne Verschwendung“ bringt diverse Vorteile: neben geringeren Kosten und vereinfachter Aufreinigung ist von großer Bedeutung, dass die Entsorgung toxischer Abfallstoffe entfällt. Die neu entwickelten Reaktionen setzt Nuno Maulide in der Synthese sowohl neuer, als auch bekannter bioaktiver Stoffe ein, deren biologische Wirkung von Kooperationspartnern evaluiert wird. Alternativen Methoden zur atomökonomischen Herstellung von Strukturmotiven mit bekannter biologischer Aktivität wird große Wichtigkeit beigemessen, da industrielle Pharmazeutikaproduktion in hohem Maße auf Faktoren wie Kosteneffizienz, Abfallvermeidung und Reinheit der Produkte angewiesen ist.

Der Preisträger:
Nuno Maulide ist seit Oktober 2013 Professor am Institut für Organische Chemie der Universität Wien. Das Studium der Chemie hat er 2007 an der Katholischen Universität Leuven abgeschlossen. Von 2007 bis 2008 war Nuno Maulide Postdoctoral Research Fellow am Department of Chemistry an der Stanford University, USA. Von 2009 bis 2013 war er Max-Planck Research Group Leader am Max Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim, Deutschland. 2013 wurde Nuno Maulide an der Ruhr-Universität Bochum im Fach Organische Chemie habilitiert.
Auszeichnungen (Auswahl): ERC Consolidator Grant (2016), „Wiener Mut“-Preis der Stadt Wien (2014), Heinz Maier-Leibnitz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2013), ERC Starting Grant (2011)

Der Preis:
Der Elisabeth Lutz-Preis in der Höhe von 15.000 Euro wird vergeben für grundlagenorientierte Forschung insbesondere, aber nicht ausschließlich, auf dem Gebiet der Naturwissenschaften. Wichtige Kriterien sind Erkenntnisvermittlung, Zukunftsorientierung und Nachhaltigkeit. Interdisziplinäre Forschungsansätze werden besonders berücksichtig, wie zum Beispiel die Erforschung der komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt unter dem Einfluss des globalen Wandels, etc. Jeweils ein Drittel des Preisgeldes geht an den Forscher / die Forscherin, die Forschungseinrichtung und die Trägerinstitution.

Preis: 
Elisabeth Lutz-Preis