Freitag, 22. Februar 2013, 18:15

Podiumsdiskussion: „Exzellenzanspruch und Qualitätsmessung in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung“

22.02.2013 - Im Jahr 2013 feiert die ÖAW das 20-jährige Bestehen des erfolgreichen Postdoc-Förderprogramms APART.

Aus diesem Anlass werden sich Ulrike Felt (Universität Wien), Bernhard Flucher (MedUni Innsbruck), Nathalie Huber (IFQ, Berlin), Nicole Schaffer (Schaffer Research) undDorothea Sturn (FWF) unter der Diskussionsleitung von Birgit Sauer (Universität Wien) kritisch mit den den Ansprüchen an Exzellenz und den Folgen der Versuche auseinandersetzen, herausragende wissenschaftliche Leistungen und vor allem Potenziale zu erkennen.

Weitere Informationen:

Am 22.Februar 2013 fand imTheatersaal der ÖAW, Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien, 1. Stock die Podiumsdiskussion: „Exzellenzanspruch und Qualitätsmessung in der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung“ statt. 

TeilnehmerInnen am Podium waren:

  • Diskussionsleitung: Birgit Sauer (Universität Wien)
  • Ulrike Felt (Universität Wien)
  • Bernhard Flucher (MedUni Innsbruck)
  • Nathalie Huber (IFQ, Berlin)
  • Nicole Schaffer (Schaffer Research, vorm. Johanneum Research)
  • Dorothea Sturn (FWF)

Ausgangspunkt für das Thema der Diskussion war das 20-jährige Bestehen des Postdoc-Förderprogramms APART.

Unabhängig von den zahlreichen Erfolgsfällen nachhaltiger Förderung wissenschaftlicher Karrieren, die APART ermöglicht hat, soll der Anlass genutzt werden, die Ansprüche an Exzellenz und die Folgen der Versuche, herausragende wissenschaftliche Leistungen und vor allem Potenziale zu erkennen, kritisch zu hinterfragen.

Als wesentliche Methoden der Messung und Definition von Exzellenz in der Wissenschaft werden im allgemeinen peer review und Kennzahlen angesehen. Unabhängig von ihrer jeweiligen Funktion beeinflussen diese Instrumente aber auch die Art und Weise, wie Leistung wahrgenommen und dargestellt wird. Die Erwartungen, die in künftige LeistungsträgerInnen in der Wissenschaft gesetzt werden, werden in Gutachten und Expertenmeinungen kommuniziert und erzeugen so ein Bild von WissenschaftlerInnen, dem sich der wissenschaftliche Nachwuchs anzupassen versucht. Die Fähigkeit, Leistungen und Potenziale darzustellen, bekommt auf diese Weise in diesem System ein immer größeres Gewicht. Damit besteht die Gefahr, dass mit der Zuschreibung von Exzellenz durch GutachterInnen und Forschungsförderinstitutionen eine Fortschreibung bestehender Muster und Leistungsdefinitionen betrieben wird, sodass mögliche Potenziale oft übersehen werden.

Darüber hinaus ist die Kommunikation wissenschaftlicher Exzellenz über zahlenmäßig fassbare Parameter, die Bedeutung und Wirksamkeit des gewonnenen Wissens dokumentieren und helfen sollen, exzellente Forschung der Gesellschaft gegenüber als relevant darzustellen, nicht in allen wissenschaftlichen Disziplinen gleichermaßen anwendbar.

In diesem thematischen Umfeld wurden in der Diskussion u.a. folgende Fragen behandelt:

  • Ist Exzellenz objektiv messbar?
  • Wie kann Exzellenz als Zukunftspotenzial erkannt werden?
  • Wie beeinflusst die Messung von Qualität die Darstellung von wissenschaftlichen Leistungen?
  • Optimierte Lebensläufe als idealer Weg für WissenschaftlerInnen?
  • Was sind die Folgen formalisierter Qualitätsmessung in unterschiedlichen Wissenschaftskulturen?

Wir danken allen TeilnehmerInnen am Podium und den Gästen im Publikum für eine angeregte und ertragreiche Diskussion!