Preisträgerin Irene Messinger


Dissertationspreis für Migrationsforschung 2011

zu gleichen Teilen an Irene Messinger und Veronika Hyden-Hanscho.


Irene Messinger wird für ihr Dissertationsprojekt Verdacht auf Scheinehe. Intersektionelle Analyse staatlicher Konstruktion von ‚Schein- und Aufenthaltsehe' und ihre Auswirkungen im Fremdenpolizeigesetz 2005 ausgezeichnet.

In ihrer Dissertation befasst sich die Preisträgerin mit der staatlichen Konstruktion des Phänomens ‚Scheinehe' und zeichnet die rechtshistorische Entwicklung zum Thema ‚Scheinehe' seit 1938 bis zum Fremdenpolizeigesetz 2005, in dem das Eingehen einer ‚Aufenthaltsehe' erstmalig als strafrechtliches Delikt definiert wird, nach. Dazu werden zum einen Diskurse staatlicher Akteure über den mutmaßlichen Missbrauch der Institution Ehe für fremdenrechtliche Vorteile untersucht. Zum anderen werden die Auswirkungen dieser Diskurse in fremdenpolizeilichen und gerichtlichen Praktiken am Beispiel Wien in den Jahren 2006 und 2007, den ersten beiden Jahren nach In-Kraft-treten des Fremdenpolizeigesetzes, analysiert.

Mittels einer intersektionellen Analyse unter Einbeziehung der Kategorien Geschlecht, Nationalität/Ethnizität, Klasse und Aufenthaltsstatus zeigt Irene Messinger, dass die Konstruktion ‚Scheinehe' eine wandelbare Narration darstellt und stellt auch die Folgen für verdächtigte Ehepaare dar..

Die Preisträgerin


Irene Messinger, geb. 1974, studierte nach einer Ausbildung zur Sozialarbeiterin Pädagogik, Sonder- und Heilpädagogik an der Universität Wien. Sie ist Doktorandin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, wo sie auch als Studienassistentin tätig war.