Silvana Weber


Dissertationspreis für Migrationsforschung 2013

zu gleichen Teilen an Silvana Weber und Angelika Frühwirth


Silvana Weber wird für ihr Dissertationsprojekt The Effects of Stereotype Threat among Adolescent Immigrants in Austria: Social Identity, Acculturation Strategies, Cognitive Performance and Well-being ausgezeichnet.

In ihrer Dissertation beschäftigt sich Silvana Weber mit psychologischen Prozessen, die zu Leistungsunterschieden im schulischen Bereich zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund in Österreich beitragen können.

Das  sozialpsychologische Phänomen Social Identity Threat bzw. Stereotype Threat kann negative Auswirkungen auf jene haben, die sich Gruppen zugehörig fühlen, welche von negativen Stereotypen betroffen sind oder anderweitig abschätzig beurteilt werden. Betroffene Personen haben Angst, anhand von negativen Gruppen-Stereotypen beurteilt zu werden oder auch durch ihr eigenes Verhalten diese unbeabsichtigt zu bestätigen. 

Dieses Gefühl der Bedrohung durch Stereotype kann eine Verschlechterung der Leistung in unterschiedlichen Lern- und Testsituationen erklären. Laut OECD ist der Unterschied in Bildungsabschlüssen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund (v.a. Türkei und Ex-Jugoslawien) in Österreich so groß wie in kaum einem anderen Land. Ziel von Silvana Webers Dissertation ist es, die zugrunde liegenden (sozial-)psychologischen Mechanismen genauer zu verstehen, sowie mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren. Hierbei spielt vor allem die soziale Identität der Jugendlichen eine entscheidende Rolle, wozu unter anderem die Stärke der Identifikation mit dem ethnischen Hintergrund und mit Österreich, unterschiedliche Akkulturationsstrategien und das Gefühl der Zugehörigkeit zur Schule gehören.

Basierend auf den Ergebnissen verschiedener psychologischer Studien, die an österreichischen Schulen durchgeführt werden, sollen Interventionen entwickelt werden, die den leistungshemmenden Einfluss von Social Identity Threat oder Stereotype Threat minimieren. Die durch diese Forschungsarbeit gewonnenen Einsichten sollen dazu beitragen, Bildungsunterschiede in Österreich zu reduzieren.

Die Preisträgerin


Silvana Weber studierte Psychologie an der Universität Göttingen; im Rahmen ihres Masterstudiums absolvierte sie einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der University of California, Berkeley. Seit August 2012 ist sie Doktorandin am Institut für Pädagogik und Psychologie der Universität Linz.