Felix Höflmayer


Auszeichnung der besten Publikation 2013

(Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die ÖAW)


Felix Höflmayer wird für seine Monographie Die Synchronisierung der minoischen Alt- und Neupalastzeit mit der ägyptischen Chronologie ausgezeichnet.

Die 2012 in der Reihe „Contributions to the Chronology of the Eastern Mediterranean“ des Verlags der ÖAW erschienene Arbeit befasst sich mit Datierungsfragen der ägäischen Bronzezeit (ca. 17.-11.Jh.v.Chr.), insbesondere mit der kretischen Alt- und Neupalastzeit und ihrem Verhältnis zur ägyptischen Chronologie. Während im Niltal genügend historische Quellen vorhanden sind, um Kalenderdaten für einzelne Könige oder Dynastien mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu rekonstruieren, fehlen in der Ägäis vergleichbare Quellen vollkommen. So ist es zwar möglich, für die ägäische Bronzezeit eine relative Chronologie auf der Grundlage der sich verändernden materiellen Kultur, insbesondere der Keramik, zu erstellen; für eine Festlegung von absoluten Jahreszahlen ist man aber auf eine Synchronisierung mit der ägyptischen historischen Chronologie angewiesen, welche auf einer Analyse der in der Ägäis gefundenen ägyptischen Artefakte und der im Niltal aufgefundenen ägäischen Importe basiert.

Eine andere Möglichkeit, die archäologischen Phasen der ägäischen Bronzezeit direkt zu datieren, bietet die Radiokarbonmethode, welche insbesondere angewandt wurde, um die Frage der Datierung des Vulkanausbruchs von Santorini (Thera) zu klären. Doch während die archäologisch/historische Methode zu einem Ausbruchsdatum um ca. 1550-1500 v. Chr. kam, deuten die Resultate der Radiokarbonmethode auf einen Zeitpunkt bis zu 100 Jahre später, kurz vor 1600 v. Chr.

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit beiden Datierungsmethoden auseinander und arbeitet sowohl die übereinstimmenden als auch die divergierenden Ergebnisse der archäologisch/historischen und der naturwissenschaftlichen Methoden heraus.

Der Preisträger


Felix Höflmayer studierte Ägyptologie und Klassische Archäologie an der Universität Wien. Von 2005 bis 2009 war er am Spezialforschungsbereich SCIEM 2000 (Synchronisation of Civilisations in the Eastern Mediterranean in the Second Millennium BC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beschäftigt, von 2009 bis 2013 an der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, zunächst an der Forschungsstelle Amman (Jordanien) und später in Berlin. Seit September 2013 ist Felix Höflmayer am Oriental Institute der University of Chicago angestellt. Sein Arbeitsgebiet umfasst archäologische und naturwissenschaftliche Datierungsprobleme der Kulturen des ostmediterranen Raumes.