Birgit Öhlinger


Jubiläumspreis des Böhlau Verlages Wien 2015


Birgit Öhlinger wird für ihre Dissertation „Ritual und Religion im archaischen Sizilien. Formations- und Transformationsprozesse binnenländischer Kultorte im Kontext kultureller Kontakte“ ausgezeichnet.

In ihrer Dissertation untersucht Birgit Öhlinger die binnenländischen Kultorte Siziliens im Rahmen der sogenannten „großen griechischen Kolonisation“ – einer Zeit, in der es durch die Neuansiedlungen der Griechen und Phönizier an der sizilischen Küste zum Entstehen unterschiedlichster Kontaktzonen gekommen war (spätes 8. bis frühes 5. Jh. v. Chr.). Anhand von ausgewählten insgesamt 16 Case Studies werden zentrale indigene Kultorte in ihrem jeweiligen Siedlungskontext aus religionssoziologischer und sozialarchäologischer Sicht untersucht und deren Formations- und Transformationsprozesse im Kontext kultureller Kontakte nachgezeichnet. Die Studie liefert neue Einblicke in das Spannungsfeld zwischen Kulturkontakt, Konsum, Religion und lokaler Machtbildung und zeigt Interdependenzen zwischen Religion und Gesellschaft sowie Religionsentwicklung und sozialem Wandel an binnenländischen Kult- und Ritualplätzen auf.

Die Preisträgerin


Birgit Öhlinger hat von 2002 bis 2009 Klassische und Provinzialrömische Archäologie sowie Alte Geschichte und Altertumskunde in Innsbruck und Wien studiert; 2014 hat sie ihr Doktoratsstudium der Klassischen und Provinzialrömischen Archäologie an der Universität Innsbruck abgeschlossen.
2010 bis 2013 war sie Projektassistentin und Co-Grabungsleiterin des Monte Iato FWF-Projekts (Westsizilien) und seit Juni 2014 ist sie Postdoc-Universitätsassistentin an der Universität Innsbruck.
Auszeichnungen
: Stipendium der Richard und Emmy Bahr Stiftung (2008), Doktoratsstipendium der Universität Innsbruck (2013)