Dorothee Bauer


Roland Atefie-Preis 2015


Dorothee Bauer wird für ihre Dissertation „Klänge verborgener Gegenwart. Eucharistische Theologie und Spiritualität in Olivier Messiaens Livre du Saint Sacrement“ ausgezeichnet.

In ihrer Dissertation befasst sich Dorothee Bauer mit der letzten Orgelkomposition des französischen Komponisten Olivier Messiaen (1908-1992). Das Livre du Saint Sacrement aus dem Jahr 1984 gilt als Höhepunkt seines Schaffens, wurde aber bisher weder musikwissenschaftlich noch theologisch eingehend analysiert.
Dorothee Bauer leistet in ihrer interdisziplinär angelegten Arbeit erstmals eine ausführliche musikalische Analyse sowie eine grundlegende theologische Interpretation dieses Werks. Dabei richtet sie den Fokus auf die theologische Dimension der Musik Messiaens, die in der Forschung oft vernachlässigt wird, und zeigt das in theologischer und ästhetischer Hinsicht impulsgebende Potenzial dieser Komposition für die gegenwärtige Theologie auf. Der erste Teil der Arbeit beleuchtet den biographisch-zeitgeschichtlichen Hintergrund Olivier Messiaens und hinterfragt kritisch die von ihm selbst behauptete Eigenständigkeit und Unabhängigkeit seiner Glaubensaneignung und seines theologischen Denkens. Der Hauptteil der Dissertation leistet eine theologische Werkerschließung des Livre du Saint Sacrement ausgehend von einer Besprechung der zugrunde gelegten theologischen Quellentexte und einer Analyse des Notentextes. Der dritte Teil reflektiert die Aussagerelevanz der Komposition für die heutige Theologie und benennt Einseitigkeiten und Potenziale der Klang gewordenen eucharistischen Theologie und Spiritualität.
Die Dissertation wurde im Sommer 2015 im Verlag Ferdinand Schöningh veröffentlicht.

Die Preisträgerin


Dorothee Bauer absolvierte das Studium „Künstlerische Ausbildung“ Violoncello an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg und studierte katholische Theologie in Freiburg und Wien. Von 2010 bis 2014 war sie Doktorandin an der theologischen Fakultät der Universität Wien. Während ihrer gesamten Studienzeit wurde sie durch das deutsche Begabtenförderungswerk Cusanuswerk gefördert.
Auszeichnungen: Bernhard-Welte-Preis für die Diplomarbeit (2010), „Award of Excellence“ des BMWFW, Förderpreis der Maria-Schaumayer-Stiftung, Dissertationspreis der theologischen Fakultät der Universität Wien für die Dissertation (2014)