Preisträger Alfred Kohler


Wilhelm Hartl-Preis 2010


Alfred Kohler wird in Anerkennung seiner hervorragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Frühneuzeitlichen Geschichte ausgezeichnet.

Den Rahmen für die langjährige Forschungstätigkeit des Preisträgers bildet die frühneuzeitliche Geschichte, eine etwa drei Jahrhunderte lange Epoche europäischer Geschichte (1500-1800).

Seit seiner Habilitation standen vor allem Fragen der habsburgischen Politik im 16. Jahrhundert im Mittelpunkt seiner Forschungsinteressen; darüber hinaus veröffentlichte er Monografien zur Geschichte des Heiligen Römischen Reiches („Das Reich im Kampf um die Hegemonie in Europa, 1521-1648"), der Internationalen Beziehungen („Expansion und Hegemonie. Internationale Beziehungen, 1450-1559") und der frühen europäischen Expansion.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit fanden nicht nur die genannten Themenkreise Behandlung, sondern u.a. auch Probleme der Reformationsgeschichte, der Alltagsgeschichte und der Geschichte der iberischen und iberoamerikanischen Länder.

Über die engere Fachwelt hinaus wurde Alfred Kohler bekannt durch drei im Verlag C.H. Beck erschienene, wissenschaftliche Biografien, deren erste und wichtigste Karl V. gewidmet ist. Das Buch hat mehrere Auflagen erlebt und ist ins Spanische und Italienische übersetzt worden. Es folgte die Biografie Ferdinands I., der - im Schatten seines Bruders stehend - unterschätzt worden ist und von Kohler als bedeutende Persönlichkeit gewürdigt wird. Im Jahre 2006 erschien Kohlers „Columbus und seine Zeit", in dem er die Biografie des Entdeckers in den globalhistorischen Kontext einordnet, wobei ökonomische und wissenschaftsgeschichtliche Aspekte besonders betont werden.

Der Preisträger


Alfred Kohler, geb. 1943, studierte Geschichte und Geographie an der Universität Wien. 1980 wurde er für den Fachbereich Neuere Geschichte habilitiert, 1992 zum Ordentlichen Universitätsprofessor für Neuere Geschichte am Institut für Geschichte der Universität Wien ernannt. Von 1999 bis 2004 war er Studiendekan der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, von 2004 bis 2006 Dekan der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.