Preisträger Emmerich Tálos


Wilhelm Hartl-Preis 2015


Emmerich Tálos wird in Anerkennung seiner Forschungsarbeiten im Bereich der Politikwissenschaft, insbesondere zur Entwicklung des Sozialstaats in Österreich und zum Austrofaschismus, ausgezeichnet.

Die wichtigsten Forschungs- und Publikationsschwerpunkte von Emmerich Tálos beziehen sich auf Sozialpolitik, die Entwicklung und Struktur des Wohlfahrtsstaates und der Sozialpartnerschaft, die politische Entwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert und das Herrschaftssystem des Austrofaschismus.

Mit seinen originellen, fächerübergreifenden Fragestellungen und Forschungserkenntnissen, die sich zum Teil der Erschließung bislang unbekannten Quellenmaterials verdanken, hat er ganz wesentlich zur Erweiterung und Vertiefung unseres Kenntnisstands über die Politik in Österreich im 20. Jahrhundert beigetragen.

Emmerich Tálos hat mit seinen Forschungen in seinem Fachbereich, der Politikwissenschaft, Neuland betreten. Seine Forschungsthemen sind auch für Nachbardisziplinen wie z.B. die Zeitgeschichte, die Soziologie oder die Wirtschaftswissenschaften, von unbestritten großer Bedeutung. Darüber hinaus hat Tálos es verstanden, seine Forschungserkenntnisse immer wieder einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen und dadurch unter anderem den Diskurs über die Vergangenheit Österreichs anzuregen.

Der Preisträger


Emmerich Tálos studierte Katholische Theologie und Geschichte in Wien und Tübingen; danach absolvierte er ein Postgraduate-Studium der Politikwissenschaft am Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien. 1980 erfolgte die Habilitation zur Sozialpolitik in Österreich.
Von 1974 bis 1983 war er Assistent am Institut für Politikwissenschaft bzw. Staatswissenschaft der Universität Wien, danach war er bis 2009 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Er ist seit vielen Jahren Lehrbeauftragter an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Donau-Universität Krems.
Auszeichnungen
: Theodor Körner-Preis zur Förderung von Wissenschaft und Kunst (1979), Preis der Stadt Wien für Volksbildung (2006), Margarethe-Lupac-Wissenschaftspreis (2007), Bruno-Kreisky-Preis für das publizistische Gesamtwerk (2014), Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2014)