Preisträger Ernst Hanisch


Wilhelm Hartl-Preis 2013


Ernst Hanisch wird in Anerkennung seiner ausgezeichneten Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Neueren Österreichischen Geschichte ausgezeichnet.

Ernst Hanisch gilt als einer der renommiertesten Zeithistoriker der Zweiten Republik. Bereits mit seiner Dissertation über „Stefan George, sein Kreis und der Nationalsozialismus“ wurde er bekannt. Die Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Geschichte sowie der Themenkomplex des politischen Katholizismus und des sogenannten „Austrofaschismus“ blieben auch in den nächsten Jahrzehnten wichtiger Teil seiner Forschungsinteressen. Dies wird in zahlreichen Herausgeberschaften zu Themen wie „Konservatives und revolutionäres Denken. Deutsche Sozialkatholiken und Sozialisten im 19. Jahrhundert“ (1975), „Im Schatten berühmter Zeiten. Salzburg in den Jahren Georg Trakls (1997-1914“ (1986), „Vermittlungen. Texte und Kontexte österreichischer Literatur und Geschichte im 20. Jahrhundert“ (1990) deutlich.

Im Jahr 1994 veröffentlichte Hanisch mit der Monographie „Der lange Schatten des Staates“ eine moderne Gesamtdarstellung zur österreichischen Gesellschaftsgeschichte zwischen 1890 und 1990, die auch heute noch als Standardwerk gilt. 2011 erschien die erste umfangreiche wissenschaftliche Biografie von Otto Bauer (1881-1938), dem Begründer des „Austromarxismus“ und wichtigstem Politiker der Ersten Republik.

Der Preisträger


Ernst Hanisch studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, wo er 1964 auch promovierte. Anschließend forschte er mehrere Jahre als Stipendiat der Fritz-Thyssen-Stiftung und des Theodor-Innitzer-Studienfonds in Salzburg. Ab 1967 war er Assistent bei Prof. Dr. Erika Weinzierl am Historischen Institut der Universität Salzburg, 1975 wurde er dort habilitiert. 1977 folgte die Ernennung zum Universitätsdozenten, von 1979 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 war er  Professor für Neuere Österreichische Geschichte an der Universität Salzburg.
Ernst Hanisch erhielt zahlreiche Ehrungen, Preise und Auszeichnungen, unter anderen den Leopold-Kunschak-Preis, Franz-Rehrl-Preis, Theodor-Körner-Preis, Karl-von-Vogelsang-Staatspreis und das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. 1997 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt.