Preisträger Hans Göbl


Wilhelm Hartl-Preis 2013


Hans Goebl wird in Anerkennung seiner hervorragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Romanistik, insbesondere der Sprachgeographie und Dialektometrie ausgezeichnet.

Hans Goebl gilt als weltweit führender Vertreter der Dialektometrie, einer Methode der quantitativen Verarbeitung und Visualisierung von Dialektdaten, die er seit den 1970er Jahren maßgeblich weiterentwickelt hat. Aus den Daten von Sprachatlanten werden mithilfe von Verfahren der numerischen Klassifikation dialektale Profile erstellt. Dabei konnten zahlreiche Raummuster deutlich gemacht werden, die in der manuellen Kartographie der traditionellen Sprachgeographie unerkannt geblieben waren.

In einem weiteren Forschungsschwerpunkt befasst sich Hans Goebl mit der Dokumentation des Ladinischen, das nur noch von 20.000 Personen gesprochen wird. Gemeinsam mit einem Forschungsteam erstellt er einen Regionalatlas, der die Ladinia, Teile der beiden anderen rätoromanischen Sprachgebiete – Graubünden/Engadin und Friaul – sowie benachbarte norditalienische Dialekte erfasst und nach Abschluss des Projekts auch im Internet zugänglich gemacht werden soll.

In zahlreichen Publikationen – sein Schriftenverzeichnis umfasst 15 Bücher, 274 Artikel und 102 Rezensionen – befasst sich Hans Goebl außerdem mit historischen, kulturellen und sprachpolitischen Aspekten der Sprachgeographie und Dialektologie.

Der Preisträger


Hans Goebl studierte Klassische Philologie und Romanistik an der Universität Wien, wo er 1970 auch promovierte. Nach mehreren Jahren Tätigkeit als Gymnasiallehrer war er ab 1973 Assistent an der Universität Regensburg, wo er 1980 habilitiert wurde. Anschließend forschte er zwei Jahre als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG); von 1982 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2012 war er Ordinarius für Romanische Philologie (Sprachwissenschaft) an der Universität Salzburg.
Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen und des Wissenschaftlichen Beirats der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG), 2006 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt.