Preisträger Ulrich Körtner


Wilhelm Hartl-Preis 2016


Ulrich H.J. Körtner wird in Anerkennung seiner fächerübergreifenden Forschungstätigkeit im Bereich der Theologie sowie insbesondere der Medizin- und Bioethik ausgezeichnet.

Ulrich Körtner habilitierte sich im Fach Systematische Theologie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Fundamentaltheologie und der Hermeneutik, der allgemeinen Ethik, der Diakonie, der Ökumenischen Theologie, der Eschatologie und der Apokalyptik. Ein weiteres Arbeitsgebiet von Ulrich Körtner umfaßt Medizin-, Pflege- und Bioethik.

In seinen Arbeiten auf dem Gebiet der Hermeneutik und der Bibelhermeneutik hat Ulrich Körtner neue Konzeptionen dargelegt. Von den zahlreichen Publikationen seien das interdisziplinäre Lexikon der Bibelhermeneutik (erschienen 2009) genannt, bei dem Ulrich Körtner als Mitherausgeber fungiert, sowie seine 2006 erschienene Einführung in die theologische Hermeneutik, die auch ins Portugiesische übersetzt wurde. Sein internationaler wissenschaftlicher Einfluss reicht weiter über sein Fach Systematische Theologie hinaus. Ulrich Körtner zählt zu den führenden evangelischen Sozialethikern der Gegenwart. Für die Zeitschrift für Evangelische Ethik arbeitet Ulrich Körtner sei 2002 als Mitherausgeber. Im Bereich der Medizinethik forscht Ulrich Körtner unter anderem über ethische Grundlagen der Altenpflege, Fragen der Bioethik oder der Gentechnik. Das Lehrbuch Grundkurs Pflegeethik (2012 in der 2. Auflage erschienen) sei stellvertretend für seine zahlreichen Publikationen zu medizin- und pflegeethischen Fragestellungen erwähnt.

Seit 2001 ist Ulrich Körtner Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien, in dem er seit seiner Gründung 1993 tätig ist. Ulrich Körtner versteht es, seine aus einem philosophisch-theologischen Ethikdiskurs gewonnenen Einsichten mit den neuen Erkenntnissen und Zielsetzungen der Medizinwissenschaft und der Rechtswissenschaft inter- und transdisziplinär zu verschränken.

Als Medizinethiker meldet sich Ulrich Körtner auch in den öffentlichen Leitmedien in Österreich und Deutschland immer wieder zu Wort; seine klare und profilierte Position zieht sich deutlich durch alle Themen und Genres.

Der Preisträger


Ulrich Körtner studierte evangelische Theologie in Bethel/Bielefeld, Göttingen und Münster. 1982 erfolgte die Promotion, 1987 die Habilitation an der Kirchlichen Hochschule Bethel, an der Ulrich Körtner als Assistent tätig war. Von 1986 bis 1990 war er Gemeinpfarrer in Bielefeld, von 1990 bis zu seiner Berufung nach Wien Studienleiter an der Evangelischen Akademie Iserlohn.
Ulrich Körtner ist seit 1992 Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und ist auch Direktor des Instituts für öffentliche Theologie und Ethik der Diakonie in Wien. 1998 gehörte Ulrich Körtner zu den Gründungsmitgliedern der Rudolf-Bultmann-Gesellschaft für Hermeneutische Theologie, deren Vorsitzender er von 1998 bis 2008 war. 
Auszeichnungen (Auswahl): 2001 wurde Ulrich Körtner als österreichischer Wissenschaftler des Jahres ausgezeichnet. 2010 wurde ihm die Ehrendoktorwürde des Institut Protestant de Théologie/Faculté libre de Théologie Protestante de Paris verliehen, 2013 die Ehrendoktorwürde der Reformierten Theologischen Universität Debrecen. 2015 erhielt Ulrich Körtner den Wiener Preis für humanistische Altersforschung. 2016 wurde ihm das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen.