David Weismann


Best Paper Award 2012


David Weismann wird für seinen Artikel “Complement Factor H binds malondialdehyde-epitopes and protects from oxidative stress“, erschienen in Nature. 2011 Oct 5;478(7367):76-81 ausgezeichnet

Oxidativer Stress und die damit verbundene Anhäufung körpereigener Abbauprodukte treten in vielen chronisch-entzündlichen Erkrankungen auf. Ein Beispiel dafür ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). AMD ist die Hauptursache für Erblindung in der westlichen Welt. Die Krankheit führt zum Absterben von Netzhautzellen; die Betroffenen leiden unter einem fortschreitenden, irreversiblen Verlust des zentralen Sichtfelds. Trotz intensiver Forschung blieben die krankheitsauslösenden Vorgänge bisher weitgehend ungeklärt.

Malondialdehyd (MDA) ist ein Produkt des Lipidstoffwechsels, das in entzündlichen Prozessen, wie der AMD, vermehrt gebildet wird. In dem mit dem Best Paper Award 2012 ausgezeichneten Artikel wird der Komplementfaktor H (CFH) als MDA-bindendes Protein in Blutplasma identifiziert. CFH hemmt sowohl die Aufnahme von MDA-modifizierten Proteinen durch körpereigene Fresszellen (Phagozyten), also auch die dadurch hervorgerufene Entzündung. Träger einer bestimmten genetischen Variante von CFH haben ein stark erhöhtes Risiko an AMD zu erkranken – die Ursache dafür wurde bisher nicht verstanden. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass die krankheitsassoziierte CFH-Variante eine drastisch reduzierte Bindung an MDA aufweist, was einen kausalen Zusammenhang zwischen MDA-Bindung und der Entstehung der altersbedingten Makuladegeneration nahelegt.

Diese Entdeckungen tragen zu einem besseren Verständnis der Immunantwort auf oxidativen Stress bei, was eine verbesserte Prävention und Therapie von altersbedingter Makuladegeneration und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen ermöglicht.

Der Preisträger


David Weismann wurde 1982 geboren und studierte Humanbiologie an den Universitäten Wien und Rom Tor Vergata. Er promovierte 2011 am der Medizinischen Universität Wien und ist seit Oktober 2011 Postdoctoral Fellow am CeMM, Research Center for Molecular Medicine, der ÖAW.