Preisträgerin Francesca Ferlaino


Erwin Schrödinger-Preis


Francesca Ferlaino wird in Anerkennung der Erschließung des neuen Forschungsbereichs Quantengase mit dipolaren magnetischen Wirkungen ausgezeichnet.

Das Forschungsgebiet
Francesca Ferlaino ist eine international führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Quantengase. In den vergangenen Jahren ist es ihr und ihrem Team gelungen, bahnbrechende Experimente im Bereich ultrakalter Quantengase durchzuführen. Francesca Ferlaino ist eine Pionierin auf dem Gebiet von Quantengasen mit dipolaren magnetischen Wechselwirkungen. Ihr ist es erstmalig gelungen, ein quantenentartetes Erbiumgas zu erzeugen und magnetische Wechselwirkungen in einem optischen Gitter nachzuweisen.

Aufbauend auf Arbeiten von Physikern der Universität Stuttgart ist Francesca Ferlaino mit der Beobachtung von Quantentropfen ein wesentlicher Schritt auf dem Gebiet der Quantengase gelungen. Diese Systeme unterscheiden sich von allen bisherigen dadurch, dass sie sich selbst in ihrer Form stabilisieren und die Atome nicht durch eine Falle zusammengehalten werden müssen. Dies eröffnet völlig neue Perspektiven, wie z.B. selbst-organisierende Quantensysteme. Die Publikationen von Francesca Ferlaino zu diesen Forschungen zählen zu den weltweit einflussreichsten, die in den letzten Jahren auf dem sehr dynamischen Gebiet der Quantengase veröffentlicht worden sind.

Die Preisträgerin


Francesca Ferlaino ist seit Juli 2014 Professorin für Atomphysik an der Universität Innsbruck und wissenschaftliche Direktorin am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation Innsbruck (IQOQI) der ÖAW.
Im Jahr 2004 schloss sie ihr Doktorratsstudium der Physik an der Universität in Florenz ab und war anschließend als Senior Scientist am European Laboratory for Non-Linear Spectroscopy (LENS) in Florenz tätig. 2007 kam Francesca Ferlaino nach Innsbruck, wo sie zunächst als Gastwissenschaftlerin, dann als Lise-Meitner-Fellow des FWF in der Gruppe um Rudolf Grimm tätig war. Seit 2009 leitet sie ihre eigene Arbeitsgruppe. Von 2013 bis 2017 stand Francesca Ferlaino dem Forschungsschwerpunkt Physik der Universität Innsbruck vor. Dem 2016 gegründeten FWF-Doktoratskolleg „Atome, Moleküle und Licht“ gehört Francesca Ferlaino als stellvertretende Sprecherin an.

Auszeichnungen (Auswahl): START-Preis des FWF (2009), ERC Starting Grant (2010), Fritz-Kohlrausch-Preis (2010), Wissenschaftspreis der Stadt Innsbruck (2010), Alexander von Humboldt Professur (2013), Ignaz L. Lieben-Preis (2015), ERC Consolidator Grant (2016), Antonio-Feltrinelli-Nachwuchspreis in Physik (2017)