Programmstatuten


APART-GSK ist ein Förderprogramm für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) in der ersten Post-Doc-Phase. Das Programm soll außergewöhnlichen jungen Forscherpersönlichkeiten auf dem Weg in die wissenschaftliche Unabhängigkeit die Möglichkeit bieten, selbst und mit ihrer eigenen Forschungsidee themenoffen ausgeschriebene Fördermittel einzuwerben.

Die Möglichkeiten der GSK, zu gesellschaftlichen Innovationen beizutragen, sollten verstärkt genutzt werden. Kernthemen der GSK wie Demographie, Migration, Arbeitsmarkt, Digitalisierung, aber auch kulturelles Erbe, Religion oder Identitäts- und Genderfragen prägen unsere Gesellschaft und erfordern einen intensiven, wissenschaftsbasierten Diskurs.

Antragstellende sollen mittels innovativer Disseminations- und Diskussionskonzepte dazu beitragen, den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft anzuregen, die Erkenntnisse aktuellster Forschung der Gesellschaft zugänglich zu machen und zu sozialer Innovation beitragen.

Die Förderung soll Bezieher/inne/n dabei helfen, ein wissenschaftliches Niveau zu erreichen, das die erfolgreiche Bewerbung um Laufbahnstellen oder hochrangige Förderungen (z.B. START-Programm, ERC Starting Grant) begünstigt.

Zielgruppe


Antragsberechtigt sind Post-Docs aus dem In- und Ausland bis max. drei Jahre nach der Promotion, die bereits hervorragende Publikationen nachweisen können.

Das Projekt kann an jeder geeigneten österreichischen Forschungseinrichtung umgesetzt werden, wobei auch ein Teil der Zeit gefördert im Ausland verbracht werden kann.

Der Förderumfang umfasst auch die Möglichkeit der Vernetzung und des Mentorings und es kann jährlich ein Betrag der Fördersumme für Trainings, etwa zur Antragstellung bei ERC und weiteren nationalen und EU Programmen, verwendet werden.

Bewerbungsvoraussetzungen


  • max. drei Jahre nach der Promotion
  • vorangegangener Auslandsaufenthalt erwünscht oder Auslandsaufenthalt im Rahmen der Förderung durch APART-GSK (max. Hälfte der Stipendiendauer)
  • Forschungsprojekt sollte interdisziplinär bzw. inhaltlich/methodisch innovativ sein

Bewerber/innen, die Erfahrungen aus projektrelevanten (Forschungs)Bereichen nachweisen können, werden besonders berücksichtigt.

Kinderbetreuungszeiten werden für bis zu drei Jahre pro Kind anerkannt; weitere Ausnahmen werden im Fall von Behinderung/Krankheit oder Präsenz- bzw. Zivildienst gemacht. Ausnahmen sind vor Antragstellung durch Rücksprache mit der Abteilung für Stipendien und Preise zu klären.

Auslandsaufenthalt


Die Durchführung eines Auslandsaufenthalts mit einer Dauer bis zur Hälfte der Förderdauer im Rahmen eines APART-GSK-Stipendiums ist möglich.

Dauer der Förderung


Die Stipendien werden für eine Dauer von mind. 24 und max. 48 Monate vergeben.

Bei Nachweis von Betreuungspflichten für mindestens ein Kind unter 7 Jahren kann das Stipendium als Teilzeitstipendium in Anspruch genommen werden. In diesem Fall kann die Laufzeit des Stipendiums um max. die Hälfte der bewilligten Zeit verlängert werden. 

Höhe der Förderung


Die Höhe eines Stipendiums (= Personalkosten) beträgt EUR 70.000,- brutto/brutto pro Jahr.
Pro Jahr können zusätzliche Mittel in Höhe von  max. EUR 12.000,- für projektspezifische Reise- und Materialkosten sowie sonstige Kosten (z.B. Publikationen in Open Access-Zeitschriften, Coaching- oder Personalentwicklungsmaßnahmen, etc.) beantragt werden.

Im Falle einer Anstellung des/der Geförderten an einer Universität oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung im Rahmen des Stipendiums werden Overheadkosten in Höhe von 20% der Personalkosten ausbezahlt. 

Bedingungen


Den Antragstellenden steht es frei, sich bei anderen (stipendienvergebenden) Stellen zu bewerben. Solche Bewerbungen und Informationen über deren Ausgang sind jedoch der Abteilung für Stipendien und Preise der Österreichischen Akademie der Wissenschaften schriftlich mitzuteilen.

Widmungsgemäße Verwendung


Die Annahme des APRT-GSK-Stipendiums verpflichtet den Stipendiaten/die Stipendiatin, seine/ihre Arbeitskraft auf das Forschungsprojekt zu konzentrieren. Zusätzliche Nebenbeschäftigungen (z.B. Lehraufträge, Tutorien) sind zugelassen, wenn diese das Programmziel fördern und nicht mehr als zehn Wochenstunden in Anspruch nehmen. Ausnahmen von dieser Regelung sind mit der Abteilung für Stipendien & Preise zu klären.

Bei selbstverschuldeter Nichtbeachtung der Stipendienbedingungen ist der Förderbetrag zurückzuzahlen. 

Auszahlung


Die Auszahlung der Stipendien erfolgt in jährlichen Raten entweder direkt an den Geförderten/ die Geförderte („Neue Selbständige“) oder an die Universität bzw. außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Österreich, an der der/die Geförderte angestellt ist. Voraussetzung für eine Anstellung im Rahmen des Förderprogramms ist die Zusage des Leiters oder der Leiterin des Instituts, dass im Falle der Zuerkennung des Stipendiums ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann.

Eine Auszahlung des Stipendiums für einen Zeitraum vor dem eigentlichen Antritt ist nicht vorgesehen.

Berichtslegung


Nach der Hälfte und am Ende der Laufzeit sind ein Arbeitsbericht über den Projektverlauf sowie die im Rahmen der Förderung entstandenen Publikationen vorzulegen.

Die Berichte werden von den fachlich zuständigen Mitgliedern des Auswahlkomitees evaluiert.

Auswahlprozess


Das Auswahlverfahren für ein APART-GSK-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften dauert ca. sechs Monate.

Die Anträge der Kandidaten und Kandidatinnen, die im Rahmen der Vorauswahl in die Shortlist aufgenommen werden, werden von internationalen Expertinnen und Experten begutachtet. Für jeden Antrag werden zumindest zwei Gutachten eingeholt. Die auf Basis der Gutachten innerhalb eines Fachgebietes bestgereihten Kandidat/inn/en werden zu Interviews eingeladen, die von zumindest zwei fachlich geeigneten Mitgliedern des Komitees geführt werden. Auf Basis der Gutachten und der Interviews trifft das Komitee die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien.

Nach Beendigung des Bewertungsverfahrens werden die Gutachten in anonymisierter Form an die Antragsteller/innen weitergeleitet.

Das Vergabekomitee besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an einer Universität oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung in Österreich tätig sind und ausgewiesene Expert/inn/en in ihrem Fachgebiet in Österreich sind. Die Komiteemitglieder werden von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften nominiert.

Es wird darauf hingewiesen, dass aufgrund budgetärer Gegebenheiten Anträge trotz positiver Bewertung abgelehnt werden müssen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auswahlkriterien


wissenschaftliche Qualifikation und Entwicklungsperspektiven des/der Antragstellenden

  • Publikationen
  • besondere Erfolge, Auszeichnungen, Preise
  • (internationale) Mobilität
  • (internationale) Kooperationen mit anderen Wissenschaftler/innen oder Arbeitsgruppen (auch aus anderen Disziplinen)

wissenschaftliche Qualität des Projektvorhabens

  • Originalität und Relevanz für den Fachbereich
  • Klarheit der Forschungsfragen
  • Angemessenheit der Methodik
  • Durchführbarkeit des Projekts – inkl. Arbeits- und Zeitplan

 

Rechtliche Stellung


Die Österreichische Akademie der Wissenschaften nimmt keinen Einfluss auf Inhalt und wissenschaftliche Durchführung des Forschungsvorhabens. Kriterium der Förderung bzw. Weiterförderung ist die Erfüllung des von den Stipendiat/inn/en selbst erstellten Forschungsplans.

Alle Forschungsleistungen der Stipendiat/inn/en kommen ausschließlich diesen zugute. Die Stipendiat/inn/en sind zu keinerlei Arbeitsleistungen zugunsten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften verpflichtet.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften erwirbt durch die Zahlung des Stipendiums keinerlei Rechte an den Ergebnissen der Forschungsarbeit. Sie nimmt auch keinen Einfluss auf die Art der Kooperation der Stipendiat/inn/en mit Forschungseinrichtungen und Forschergruppen. Die Ausgestaltung und Organisation der Zusammenarbeit mit Dritten fällt ausschließlich in den Verantwortungsbereich der Stipendiat/inn/en.

[Jänner 2019]