an Reinhold Mitterlehner
Mit dieser Auszeichnung möchte die Österreichische Akademie der Wissenschaften die Verdienste von Reinhold Mitterlehner um das Projekt „Campus Akademie“ würdigen.
In seiner Amtszeit als Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft von 2014 bis 2017 hat Reinhold Mitterlehner die entscheidenden politischen Schritte dafür gesetzt, dass es 2018 zur Genehmigung des Sanierungsprojekts „Campus Akademie" samt Finanzierung in Höhe von € 30 Mio. kommen konnte. Im Wege seiner starken und kontinuierlichen Unterstützung der intensiven Verhandlungen, vor allem mit dem Bundesministerium für Finanzen, trug Reinhold Mitterlehner in außerordentlichem Maß zur attraktiven Weiterentwicklung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bei, indem die Gebäude der Alten Universität, die von der ÖAW genützt werden, renoviert und modernisiert wurden. Ein großartiges bauliches Ensemble ist im Herzen von Wien entstanden, welches diesen Teil der Inneren Stadt eindrucksvoll aufwertet.
Das Engagement von Reinhold Mitterlehner hat in besonderer Weise zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrags der ÖAW, die Wissenschaft in jeder Hinsicht zu fördern, beigetragen. Aus diesem Grund hat die Akademie, vertreten durch die Gesamtsitzung aller Mitglieder, beschlossen, Reinhold Mitterlehner die Medaille „Bene merito" zu verleihen, um den tiefen Dank für seine Verdienste um die ÖAW auszudrücken.
Reinhold Mitterlehner stammt aus Helfenberg in Oberösterreich, studierte Rechtswissenschaften an der JKU in Linz und war nach seiner Tätigkeit in der Wirtschaftskammer Oberösterreich von 1992 bis 2000 Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes in Wien.
Ab der Wahl 1999 bis 2008 war Reinhold Mitterlehner Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und dort Obmann des Wirtschaftsausschusses. Beruflich war er in dieser Zeit auch stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich. Von 2008 bis 2017 war Reinhold Mitterlehner als Wirtschaftsminister Mitglied der Bundesregierung. Ab der Wahl 2013 bis 2017 war er in der Regierung auch für die Bereiche Wissenschaft und Forschung zuständig. Darüber hinaus fungierte er in dieser Zeit als Vizekanzler.
In der Rolle als Wirtschaftsminister galt es, die durch die Lehman-Pleite in den USA ausgelöste Wirtschaftskrise zu bewältigen, die Energieversorgung abzusichern und die Diversifizierung der heimischen Wirtschaft zu forcieren. Im Wissenschaftsbereich gab es ursprünglich von Seiten der Österreichischen Hochschüler:innenschaft und der Österreichischen Universitätenkonferenz Vorbehalte, ein Wirtschaftspolitiker würde die Kommerzialisierung der Wissenschaften forcieren und Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften benachteiligen. Universitäre Würdenträger vermuteten das Ende der freien Wissenschaften und an manchen Universitäten wurde eine schwarze Fahne gehisst. Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich in keiner Weise. Ganz im Gegenteil: Reinhold Mitterlehner konnte gut dotierte Leistungsvereinbarungen mit den Universitäten abschließen, aber auch mit dem ISTA, der ÖAW und dem FWF. Inhaltlich wurde in dieser Zeit die Pädagog:innenausbildung reformiert und die Studienplatzfinanzierung vorbereitet. Die Jahre mit Reinhold Mitterlehner waren eine gute Zeit für Wissenschaft und Forschung.
Durch Nutzung von Gewinnen und Rücklagen der Bundesimmobiliengesellschaft war es darüber hinaus möglich, zahlreiche Bau und Renovierungsvorhaben an den Universitäten in Linz, Wien und Graz, am Josephinum und auch die Sanierung der Gebäude der ÖAW zu finanzieren.
Nach seinem Ausscheiden aus der Politik war Reinhold Mitterlehner von 2018 bis 2024 Präsident der Österreichischen Forschungsgemeinschaft.