Geschichte des Fritz Pregl-Preises


Gestiftet: 1930

Erste Vergabe: 1931 (Verleihung alle zwei Jahre)

Stifter: Friedrich Michael Raimund Pregl wurde am 3.9.1869 in Ljubljana geboren. Ab 1887 studierte er in Graz Medizin und promovierte 1894 zum Doktor der gesamten Heilkunde. 1904 wurde er zum außerordentlichen Professor für physiologische Chemie an der Universität Graz ernannt. Nach Forschungsaufenthalten in Deutschland und der Rückkehr an die Universität Graz war er ab 1910 für drei Jahre ordentlicher Professor für Medizinische Chemie an der Universität Innsbruck. 1913 wurde er zum ordentlichen Professor an das Institut für Angewandte medizinische Chemie der Universität Graz berufen, deren Rektor er im Studienjahr 1920/21 war.
Fritz Pregl trug maßgeblich zur Verbesserung der chemischen Methodik bei, indem er unter anderem Apparate zur Stickstoffbestimmung, zur Vakuumtrocknung und für die Extraktion wässriger Lösungen angab. 1910 arbeitete er ein Verfahren aus, das es gestattet, die organische Elementaranalyse mit sehr kleinen Stoffmengen durchzuführen. Diese verbesserten und neu entwickelten Methoden hatten eine große praktische Bedeutung für die organisch- und biologisch-chemische Forschung.
1923 erhielt Fritz Pregl, der seit 1921 korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) war, den Nobelpreis für Chemie. Kurz vor seinem Tod am 13.12.1930 stiftete er der ÖAW den nach ihm benannten Preis.

Höhe des Stiftungsvermögens: öS 20.000,-

Stiftungszweck: Für im Allgemeinen noch nicht preisgekrönte wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Mikrochemie, die in den der Verleihung vorangegangenen letzten drei Jahren veröffentlicht wurden. Der Preis kann auch für eine chemische Arbeit verliehen werden, deren Durchführung und Vollendung nur durch meisterhafte Beherrschung mikrochemischer Methoden des betreffenden Forschers/ der betreffenden Forscherin möglich war.

Literatur


Almanach der ÖAW, 81. Jahrgang (1931), S. 317-320, 161-163

Österreichisches Biographisches Lexikon, Band VIII, 1983, S. 254

Alois Kernbauer: Fritz Pregl (1869-1930). In: Heimat großer Söhne. Exemplarische Leistungen österreichischer Naturforscher, Techniker und Mediziner. Hrsg. v. Helmut Grössing und Gerhard Heindl, Frankfurt/Main 1997, S. 55-66