Wilhelm Hartel-Preis

Geschichte


Gestiftet: 1956

Erste Vergabe: 1957 (Verleihung erfolgt jährlich)

Stifter: Stiftung durch den Bundesminister für Unterricht mit Erlass vom 9.1.1957. Die Namensgebung erfolgte durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Namensgeber: Wilhelm Hartel kam am 28.5.1839 in Dvorce (Mähren) zur Welt. Er studierte klassische Philologie an der Universität Wien, wo er 1864 promovierte und 1872 zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie berufen wurde. 1874/75 war er Dekan, 1890/91 Rektor der Universität.
1871 wurde er zum korrespondierenden und 1890 zum wirklichen Mitglied der Akademie gewählt. Ab 1891 war er außerdem Direktor der kaiserlichen Hofbibliothek und von 1896 bis 1900 Sektionschef im Ministerium für Kultus und Unterricht. Zwischen 1900 und 1905 hatte er das Amt des Ministers für Kultus und Unterricht inne und war gleichzeitig von 1900 bis 1907 Vizepräsident der Akademie.
Seine wissenschaftlichen Arbeiten behandeln Homer, Demosthenes und das attische Staatsrecht sowie das Corpus der lateinischen Kirchenväter. Er war einer der Wegbereiter der internationalen Zusammenarbeit mit anderen Akademien, was unter anderem die Herausgabe des „Thesaurus linguae Latinae“ zur Folge hatte und zur Schaffung der Internationalen Assoziation der Akademien führte. Wilhelm Hartel starb am 14.1.1907.

Höhe des Preises: EUR 15.000,-

Stiftungszweck: Für Gelehrte, die in Österreich wirken und besonders hervorragende wissenschaftliche Leistungen in den von der philosophisch-historischen Klasse im weitesten Sinne vertretenen Fächern vollbracht haben.


Literatur:


Almanach der ÖAW, 57. Jahrgang (1907), S. 347-349.

Almanach der ÖAW, 107. Jahrgang (1957), S. 168/169.

Österreichisches Biographisches Lexikon, Band II 1959, S. 192.

Almanach der ÖAW, 154. Jahrgang (2003/2004), S. 411.