Christoph Haberl


Edmund und Rosa Hlawka-Preis 2014


Christoph Haberl wird für seine hervorragenden Beiträge im Bereich der Konvexgeometrie, insbesondere zur Theorie der Bewertungen ausgezeichnet. Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeiten von Christoph Haberl ist die Theorie der Bewertungen oder additiven Funktionen auf konvexen Körpern.

Mit einer Skizze kann man sich von folgender Eigenschaft des Volumens überzeugen: Wenn man die Volumina zweier Mengen addiert, so ist das Resultat genauso groß wie die Summe der Volumina von Vereinigung und Durchschnitt beider Mengen. Allgemein werden Funktionen mit dieser Eigenschaft als Bewertung bezeichnet.

Das dritte Hilbertsche Problem geht auf den deutschen Mathematiker Carl Friedrich Gauß (1777-1855) zurück und fragt, ob für je zwei Tetraeder gleichen Volumens das Erste so in Tetraeder zerschnitten werden kann, dass man durch Zusammenkleben dieser Teile das Zweite erhält. Seit der Beantwortung dieser Frage Anfang des 20. Jahrhunderts durch Max Dehn sind Bewertungen Gegenstand intensiver Forschung und finden Anwendungen in verschiedensten mathematischen Teilgebieten.

Im Zuge eines systematischen Studiums von Bewertungen hat sich herausgestellt, dass man in unterschiedlichsten Situationen Aussagen darüber treffen kann, wie sämtliche Bewertungen aussehen, die mit der Geometrie des zugrundeliegenden Raumes verträglich sind. Beispiel für so eine Verträglichkeit wäre etwa die Invarianz bezüglich Drehungen.

Oftmals zeigt sich, dass bei diesen Klassifizierungen nur wenige Prototypen von Bewertungen übrigbleiben,  die durch diese Eigenschaft natürlich besonders ausgezeichnet sind.  Im Zuge seiner Forschung hat sich Christoph Haberl mit solchen Klassifizierungen und dem Studium der dabei auftretenden Bewertungen beschäftigt.

Der Preisträger


Christoph Haberl studierte Technische Mathematik an der TU Wien, wo er 2007 auch promovierte und im Jahr 2012 im Fach „Analysis und Geometrie“ habilitiert wurde. Nach einem Aufenthalt als Visiting Professor am Polytechnic Institute of New York City war er von 2010 bis 2012 Professor für Technische Mathematik an der Universität Salzburg. Seit März 2012 ist er bei SAP Österreich angestellt.